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Polnisches Design auf den Messen in Deutschland

Die neusten Trends in der Inneneinrichtung entdeckt man schon Anfang des Jahres in Köln, während einer der größten Design-Messen der Welt, der IMM Cologne.

Vom 16.01. bis 22.01.2017 präsentierten sich 29 Unternehmen aus Polen, u.a.: Ciarko, Fameg, Intermeble, KF Furniture, Komfort Meble, Motiv Home, Notto, Panmar, Primavera Furniture, Sits, Steinpol, Tabanda, Trebord, Verikon, Vzor, Wagram.

Foto: Teil der Ausstellung des Projektes The Spirit of Poland. Pure Talents IMM Cologne 2015; Fot.: Urszula Kałużna, www.exspace.pl
Foto: Stand der Firma Tabanda, IMM Colone 2015; Fot.: www.tabanda.pl

Polnische Präsenz auf den deutschen Inneneinrichtungsmessen hat schon eine kleine Tradition. Alles fing mit der Initiative The Spirit of Poland an, in deren Rahmen sich polnische Designer und Produzenten das Ziel setzten, den Bekanntschaftsgrad eigener Produkte international zu erhöhen. Die Ausstellungen und begleitenden Events waren Orte des Gedanken- und Erfahrungsauatausches und gleichzeitig ein wunderbarer Kontext für die Werbung. Die Eröffnung fand 2010 während der Tokyo Designers Week statt. Später folgten 100% Design in London, DW! São Paulo Design Weekend 2013 und 2014, sowie IMM Cologne 2015 und 2016.

Das Projekt wird im Rahmen der Initiative realisiert, die das Portal Culture.pl von der Adam Mickiewicz Institut führt, um die polnische Kultur im Ausland zu verbreiten. Hier werden die neusten Trends des modernen polnischen Designs, sowie die Entwürfe der jungen polnischen Designer präsentiert.

Das Institut arbeitet zusammen mit: Salone Internazionale del Mobile (Mailand), Maison&Objet (Paris), Paris Design Week, DW! Sao Paulo Design Weekend, Inno Design Tech Expo (Hong Kong), Business of Design Week (Hong Kong), Istanbul Design Week, International Furniture Fair Singapore, Design Trade (Kopenhagen), London Design Festival, International Contemporary Furniture Fair (NYC), Blueprint Magazine, Icon Magazine, deezen.com, Wallpaper* und IMM Cologne zusammen.

Die Verbreitung der polnischen Kultur in Deutschland erfolgt schon sehr lange, aber als das Polnische Institut 1993 in Düsseldorf gegründet wurde (www.polnisches-institute.de), übernahm es die Koordination einer Vielzahl von Projekten in den Bereichen Kunst, Politik, Geschichte, Wissenschaft und kreative Unternehmenskultur. Das Institut gestaltet zusammen mit deutschen Partnern Festivals und Messen (Musik, Film, Theater, Literatur) und fördert dadurch einen kulturellen Dialog zwischen Polen und Deutschen.

Foto: Stand der Firma Vox, IMM Cologne 2015, Fot.: exspace.pl
Foto: Teil der Ausstellung Polished up. Design from Poland"auf IMM Cologne 2014; Fot.: Paweł Grobelny, www.pawelgrobelny.com

2014 zeigte die IMM Cologne gemeinsam mit dem Regionalmuseum in Stalowa Wola die Ausstellung Polished Up. Design from Poland, die Fortsetzung des Projektes Unpolished, der 2009-2013 in der zahlreichen Mussen und internationalen Festivalen in Europa und Asien gezeigt wurde (u.a. durch das Kunstgewerbe Museum in Köln). Die von Agnieszka Jacobson-CieleckaPaweł Grobelny kuratierte Ausstellung, konzentrierte sich auf die Beziehung der jungen, in der Zeit des politischen und ökonomischen Wandels lebende Designergeneration zum Design. Anfangs waren sie selbständig Schaffende um in ca. 5 Jahren die industrielle Produktion zu beginnen.

Das Auswahlkriterium war die Zusammenarbeit der Designer mit den Produzenten und deren bewußte, gemeinsame Entscheidung ein Produkt auf den Markt zu bringen.

Designer/Produzenten: Małgorzata Knobloch i Igor Wiktorowicz (Witamina D), Bartosz Mucha/Poorex, Tomasz Augustyniak/Delivie, Jan Kochański/Delivie, Mikołaj Wierszyłłowski/Noti, Grupa Tabanda, Nonegrupa (Tomasz Krzempek, Maria Szaban)/Terma, Paweł Jasiewicz, Magdalena Chojnacka (Bongo Design), Design Lab, Mowo/Marmorin, Beza Projekt/Vox, Karina Marusińska/Vox, Tomek Rygalik/Profim.

Schon diese Ausstellung zeigte den besonderen Charakter des modernen, polnischen Designs, den man bis heute in verschiedenen Objekten entdecken kann: eine bestimmte Schlichtheit, Sinn für Humor, die Verwendung natürlicher Materialien und der Bezug zum Handwerk und der nationalen Tradition.

Als 2015 die Organisatorin der polnischen Ausstellung Monika Brauntsch auf der IMM Cologne Pure Talents Ćmielów Design Studio, Kafti, Kosmos, Malafor, Tabanda und Vzor präsentierte, wurde deutlich, dass alle Designer einen sehr kreativen Umgang mit dem Material, eigener Tradition und Möglichkeiten des polnischen Marktes zeigten. Vor allem hat man die technologische Entwicklung und die innovativen Lösungen hervorgehoben. Noch im März 2015, diesmal auf der ISH Messe Frankfurt, eröffnete man die Ausstellung Form und Function. (Product design from Poland), deren Kuratorinn Urszula Kałużna dem Publikum 14 bekannte polnische Marken und 28 der besten Designer zeigte.

Foto: Sessel Teddy Bear, entwurf: Mikołaj Wierszyłłowski für Noti, Ausstellung Polished up. Design from Poland, IMM Cologne 2014; Fot.: www.formwell.pl
Foto: Die Ausstellung Bright New. Polish Ideas Applied, IMM Cologne 2016; Fot.: Urszula Kałużna, www.exspace.pl

2016 hieß die polnische Ausstellung in Köln Bright New. Polish Ideas Applied und präsentierte vor allem die kreative Anwendung der neuen Technologien. Es war jedoch keine typische Designausstellung, weil sie keine Designklassiker oder Moden zeigte, sondern das Design als Feld der kreativen Lösung der Probleme und Erfüllung der Bedürfnisse im Alltag darstellte.

Die präsentierten Arbeiten waren das Ergebnis der ergiebigen Zusammenarbeit der Designer und Ingienieure, z.B. ein Kreislauf stimmulierender Ärmel Immu, App tylko, mit dem ein User eigene Modulmöbel entwerfen kann oder die Lampe Kandelka, die die Lichtfarbe an die Bedürfnisse eines Users anpassen kann, der intelligente Uhrband uBirds/uBirds, eine Technologie, die das Haus mit einem Smartfon verbinden kann Oort/Oort und elektronische Nase E-nos/Politechnik in Danzig.

Neben sehr innovativen Arbeiten der Designer umfasste die Ausstellung auch Meinungen und Prognosen polnischer Designtheoretiker, Soziologen und Philosophen. Die zwei Kuratorinnen Katarzyna Białousz und Anna Theiss (Bold Projekt) betonten, dass das Ziel darin bestand, deutlich zu machen, dass die Idee genau so wichtig wie das Objekt selbst istund dass die Theorie immer sehr nah an der Praxis liegt.

Im Januar dieses Jahres, gleichzeitig zum IMM Cologne, findet schon zum vierten Mal Living Kitchen in Köln, die die neusten Trends in der Küchenausstattung zeigt. Das gemeinsame Motto der beiden Ereignisse ist „Discover Interior Ideas“.

Die bis heute überschaubare Anzahl an Reportagen von der diesjährigen Messe, unterstreichen die hohe Qualität der polnischen Produkte. Zum ersten Mal präsentierte sich in Köln die polnische Marke VZOR, die von Jakub Sobiepanek, Michał Woch und Krystyna Łuczak-Surówka gegründet wurde. Die Firma führte 2012 das Projekt von Roman Modzelewski – den Sessel RM58 – in die Produktion.

Foto: Sessel RM58, Entwurf Roman Modzelewski; Fot. www.exspace.pl
Foto: Stand der Firma Carpenter Studio aus Poznan, IMM Cologne 2107; Fot. www.exspace.pl

Eine bedeutende Neuigkeit für das ausländische Publikum waren die lackierten Möbel der Firma Oiko unter Verwendung der neusten Technologie UV, als auch das unserer Meinung nach sehr interessante Posener Unternehmen Carpenter Studio, das in hoher Qualität, in Holz handgefertigte Schreibtische und Kommoden präsentierte. Während der IMM Cologne 2017 debütierte auch der Polstermöbel-Produzent MOTIV HOME, der vor allem Sessel und Sofas im Retrostil zeigte.

Traditionell konnte man auf der Messe auch bereits bekannte Marken treffen: Tabanda, take me HOME und Ludwik Styl. Nach längerer abwesenheit kehrte die Firma Fameg auf die Messe zurück.

Die interessierten Internetnutzer bewegte negativ der die Messe begleitende Info-Stand POLSKA POWER!, organisiert vom Generalkonsulat der RP in Köln. Dessen Ziel war es, die polnische Möbelbranche und das polnische Design zu präsentieren. Zweifel weckt vor allem die von den Organisatoren gewählte Form der Präsentation (rot-weiße Kindermöbel und assymetrische Regale gefüllt mit Flyern).

 

J.K.H.

Foto: Info-Stand des Generalkonsulates der RP in Köln POLSKA POWER!; Fot. www.exspace.pl

Quellen der Information: www.imm-cologne.de, www.exspace.pl, Culture.pl., www.polnisches-institut.de

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