< Zurück zu allen Artikeln

Polnische Akzente auf der Salone del Mobile 2017

Das diesjährige Mailänder Designfest liegt hinter uns. Nach der Rückkehr war es Zeit für eine kurze Zusammenfassung der zahlreichen Eindrücke, die Mailand dem Besucher der Design Week bereitet hat.

Das Ereignis verlief zweigleisig. Parallel zu der in Rho stattgefundenen Messe, die unter der Anwesenheit der Produzenten und Kunden aus der Design-Branche großzügig vorbereitet wurde, haben in der Stadt mehrere kleine Events stattgefunden, die Designliebhaber aus der ganzen Welt angezogen haben.

Foto: Die Ausstellung Non Stop im Museo dei Bambini (MUBA) zu der die polnische Firma Fam Fara eingeladen wurde; Fot.: Archivmaterial des Grynasz Studios.
Foto: Stand der Firma Comforty auf der Saloni del Mobile 2017; Fot.: Małgorzata Podgórna

Unter den Messeausstellern ist die polnische Präsenz immer noch sehr bescheiden. Dennoch ist die Entwicklung des lokalen Marktes sehr dynamisch, was sich jedes Jahr sich auf der Mailänder Designbühne widerspiegelt. Dieses Mal präsentieren Zięta Prozessdesign, Paged Meble, Fameg, Nowodvorski Lighting ihre Entwürfe. In großem Stil zeigte sich die Marke Comforty. Es ist nicht die erste Präsentation des Unternehmens auf der Mailänder Messe und auch jetzt hat hat die mit Comforty zusammenarbeitende polnische Designerin Dorota Koziara die Einrichtung des Messestandes übernommen. Durch die Wahl der grauen Töne für den Hintergrund der Ausstellung, die sich auch in der Polsterung und dem Zubehör der Möbel wiederfinden, hat sie elegant die schlichten und organischen Formen der Comforty Produkte hervorgehoben. Charm verliehen auch die Lampen Flamingo der Marke Vibia. Besonders interresant präsentierte sich die Kollektion Ume, in der wunderschönen Polsterung in Rosa- und Grautönen und die Neuheit in der Sesselserie Oyster, eine Variante mit erhöhter Rückenlehne.

Im Dialog mit der Messeausstellungen fanden die Ereignisse Fuorisalone statt. Mehrere städliche Orte – öffenltliche und private – bieteten aus dem Anlass ihre Räume an. Die Schlösser, Galerien und Museen übernamen für die Zeit Designer mit ihren Sonderausstellungen und Installationen. Neben den weltbekannten Marken konnte man die Stimmen der jungen, auch polnischen Designer hören.

Die Firma Fam fara präsentierte ihre Produkte im Museo dei Bambini, wo man ein interessantes Modulsystem Ład, von dem Grynasz Studio entworfen, kennen lernen konnte. Die Textil- Designerin Aleksandra Gaca zeigte sich imRahmen Fabric of Life und Mondriaan to Dutch Design w Palazzo Francesco Turati. Zum ersten Mal konnte man in Mailand die Entwürfe von Oskar Zięta sehen. Neben dem Stand in Rho Fierra, zeigte der Designer seine Arbeiten auch im Rahmen der Ausstellung Doppia in Galleria d´Arte Moderna, die in Zusammenarbeit mit Handwerkern aus ganz Europa vorbereitet wurde. Einer der interessantesten und gern besuchten Orte ist jedes Jahr die Galeria Ro der Design-Trendsetterin Rossana Orlandi. Dieses Mal stellte sie die Spiegel aus der Zieta Serie Tafla vor, sowohl in der Ausstellung als auch in dem Shop. Diese eigenartige Sammlung ensteht aus den Entwürfen bekannter und auch der neuentdeckter Designer. Die Intuition und ein zuverlässiger Geschmack der Sammlerin sind eine Eintrittskarte zur Annerkennung in der Designszene.

 

Foto: Der Spiegel Tafla Oskar Zieta in der Galerie Rossana Orlandi; Fot.: Małgorzata Podgórna
Foto: Teil der Ausstellung Polish Design. Today is Tomorrow, Stand der Kunsthochschule in Katowice; Fot.: Małgorzata Podgórna

Der nächste Ort, an dem polnische Entwürfe anzutreffen waren, war die Ausstellung Salone Satellite 20 years of creativity in der Fabbrica del Vapore. Dort hat Agata Nowak ihre Timewatch und Malafor das Sofa Blow gezeigt. Einen großen Widerhall erlebte aber die Ausstellung Polish design. Tomorrow is today in Rahmen Superdesign Show im Superstudio Piu bei Via Tortona. Die Organisatoren waren das Akademische Designzentrum in Zusammenarbeit mit Adam Mickiewicz Institut (Culture.pl) und dem Polnischen Konsulat in Mailand. Auch hier war Dorota Koziara Kuratorin und Autorin des Konzeptes. Dr. Marcin Markowsk entwarf das Plakat und die komplette visuelle Kommunikation.

Die Ausstellung präsentierte die Entwürfe der jungen Designer aus acht polnischen Kunsthochschulen. Koziara entwickelte die Ausstellung als eine Geschichte der Design-Hochschulen. Der Besucher bewegte sich zwischen den Räumen eingerichteten Wänden in Form ausgeklappter Bücher mit den Namen der Hochschulen, für die dadurch jeweils ein getrennter Bereich entstanden ist. Die Narration jeder Ausstellung wurde durch multimediale Projektionen ergänzt. Die Wahl der Projekte hat den einzigartigen Charakter jeder Einrichtung in Bezug auf die geografische Lage akzentuiert. Deren Schwerpunkte spiegeln die Traditionen der lokalen Industrie und bilden in den städtespezifischen Design-Bereichen.

Foto: Ein Schmucktisch von Ewa Kurowska, Kunsthochschule in Gdansk; Fot.: Małgorzata Podgórna
Foto: Beispiele der Entwürfe der Breslauer Kunsthochschule.; Fot.: Małgorzata Podgórna

Hier konnte man die Entwürfe der Schiffe aus Bernstein von der Danziger Hochschule, über das Mode- und Textildesign aus Lodz und die zahlreichen Keramik- und Glasobjekte der Breslauer Hochschule, bis zu den Möbel- und Innenarchitekturprojekte aus Poznan, Warschau und Stettin sehen. Die Besucher hatten damit die Möglichkeit, ein breites Spektrum der Projekte, die junge Designer, die aus der reichen Tradition des polnischen Designs schöpfen, kennen zu lernen.

 

Unter allen Präsentationen in der Ausstellung weckte die Krakauer Hochschule das größte Interesse. Im Kontrast zu der langen Geschichte der Universität, hat sie ein Zukunftsprojekt vorgestellt. Die in Zusammenarbeit mit der NASA vorbereitete studentische Installation Mars 2030, unter Leitung Prof. Michal Kracik, zeigte die Innenräume der Weltraumschiffe, die im Rahmen der Pläne zu einem Marsfluges entstanden sind. Die Installation, mit einer auf dem Boden gelegten Spiegeltafel, sollte die Besucher in den besonderen Innenraum eines Weltraumschiffes hineinversetzen.

Während der Ausstellung war ich Zeugin des Enthusiasmus der Besucher, unter den neben den Organisatoren und Künstlern, selbst der Designer Alessandro Mendini war.

Foto: Die Installation Mars 2030, Kunsthochschule in Krakow; Fot.: Małgorzata Podgórna.
Foto: Set für die Vernebelung von Agata Gancarczyk, Kunsthochschule in Katowice; Fot.: Małgorzata Podgórna

Die fast eine Woche dauernde Ausstellung, erlebte einen derart hohen Besucheransturm, sodass man die Öffnungszeiten verlängern musste. An den folgenden Tagen, in meinen Gesprächen mit den Teilnehmern des Mailänder Festes, hörte ich wiederholt positive, wertschätzende Meinungen über die Organisatoren und Autoren der präsentierten Projekte.

Schon heute bin ich gespannt auf die nächste ISaloni. Das polnische Design passt sich wunderbar an die Weltrends an und stellt sich mit seiner Originalität der Konkurenz und überrascht häufig mit innovativen Projekten. Das internationale Potenzial der polnischen Marken wächst systematisch dank der soliden Technologie, die wir seit Jahren haben und weiterentwickeln,so vor kurzem in der Verbindung mit dem hochwertigen Design. Immer mehr polnische Firmen, sowohl die neuen als auch die mit etablierter Marktposition, schätzen den Wert eines guten Projektes.

M.P.

Diese Website erfüllt die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies (Rechtlinie §96.Abs.3.TKG.04). Durch die Verwendung von Cookies können Internetseiten nutzerfreundlich gemacht werden und der individuellen Besucherbedürfnissen entsprechen. Dabei werden Textdateien mit Informationspunkten auf Basis von Nutzeraktivitäten temporär im Browser des Benutzers abgelegt. Die gespeicherten Cookies können für jede Website eingesehen und verwaltet werden.