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Oskar Zięta – Design einer neuen Dimension

Es ist schwer seine Berufsgruppenzugehörigkeit zu definieren – was, seiner Meinung nach, ein großer Luxus ist.

Architekt, Designer, Pädagoge, Ingenieur, Wissenschaftler und zuletzt Produzent. Sein Erfolg ist das Ergebnis unendlicher Versuche, visionärer, von der Natur inspierierter Ideen und Konsequenz ihrer Umsetzung.

Foto: Eine Kollektion der Produkten in der Technologie FiDU; Fot.: www.zieta.pl
Foto: Oskar Zięta; Fot.: Dawin Meckel, www.culture.pl

Nach dem Studium an der Stettiner TU, bekam er ein Stipendium an der ETH in Zürich. Diese Hochschule mit einem spezifischen Lernmodell, basierend sowohl auf der ständigen Auseinandersetzung und Kommentierung der Ergebnisse mit den Spezialisten als auch auf der Umsetzung der neuen Technologien, hatte es ihm ermöglicht, die neue Technologie, die FIDU (Freie Innendruck Umformung), zu entwickeln. Man führt die Luft unter Druck zwischen zwei zusammengefügte Bleche. In Ziętas Einstellung zum Design können wir über die Verschiebung des Schwerpunktes von der Gestaltung des Objektes auf die Gestaltung des Herstellungsprozesses schließen. Wie er selbst betont, ist Design für ihn ein Gebiet der Versuche, wo er in der Microskala arbeitet und seine Ideen umsetzt.

Die ersten, mit der FiDU-Technologie hergestellten Produkte waren Sitzmöbel: der Hocker Plopp und der Stuhl Chippensteel, danach folgten die anderen Gebrauchsgegenstände, wie Leiter, Aufhänger und Spiegel. Alle diese Objekte charakterisiert der Kontrast der Form und des Materials. Erstens erinnern sie an aufgeblähtes Kinderspielzeug um dann mit dem harten Material zu überraschen. Aber auch hier erleben wir eine Überraschung, weil es sich zeigt, dass wir es mit einem ganz leichten Gegenstand zu tun haben. Es gibt mehrere Paradoxa bei den FiDU-Produkten: die Technologie verbindet zwei sich ausschließende Eigenschaften, wie die originelle Form und die industrielle Produktion. Die eingeblasene Luft gibt dem Blech eine Form in einer unkontrollierten Art und Weise, was dazu führt, dass man jedes Mal man ein einzigartiges Objekt erlangt!

Foto: Die Hocker Plopp; Fot.: www.woont.com
Foto: Der Stuhl Chippensteel und der Hocker Plopp, im Hintergrund die Serie Kamyki; Fot.: www.zieta.pl

Die Produkte von Oskar Zięta kann man nicht ganz einfach als Objekte des Handwerks bezeichnen – es sind eher überraschende, visuell sich ausschließende Objekte, wie aus der Zukunft. Sie haben einen visionären Charakter und sind schwer in bekannten Ästhetik-Kategorien einzuordnen. Sie oszillieren zwischen Industriedesign und Skulptur. Schauen wir uns einige seiner Entwürfe an.

Hocker Plopp (polnisches folkloristisches mit Luft aufgeblastes Objekt) erhielt schon den Status einer Designikone und es gelangte in das Centre Pompidou in Paris als einer von 12 Sitzen, die das moderne Design veränderten. Man könnte denken, das man auf diesem Gebiet nichts neues entdecken kann. Ein Stuhl gehört zu einem festen Bestandteil der Entwürfe jeder Designer und das Funktionale muss in dem Fall vor den formalen Fantasien stehen. In Plopp konnte Zięta die beiden Aspekte wunderbar verbinden und entwickelte diese Idee mit dem späterem Stuhl Cheppensteel.

Der Stuhl geht meinstens einher mit einem Tisch. Auch dieser Form gab Zięta seinen persönlichen Touch. In der Serie G-Tables ersetzen die mehreckigen Formen die Tischfüße und bilden einen starken Kontrast zu dem Tischblatt. Es ist ein weiteres Beispiel für die Robustheit, die die FiDU-Technologie bietet. Ein leichtes, dünnes Blech, gefüllt mit Luft, erreicht hier erstaunliche Parameter. In einer anderen Serie, haben die mit Luft gefüllten Stützelemente schon klassische Füße. Zuletzt wurden sowohl die Tischplatte als auch die Füße mit FIDU-Technologie hergestellt.

Wenn wir uns das nächste, futuristische Objekt von Zięta anschauen – Tafla Mirror – stellen wir fest, dass auch in diesem Fall war die Grundfunktion des Gegenstandes nicht das Ziel des Designers. Die glänzende, polierte Oberfläche kann zwar spiegeln, aber das, was wir sehen sind Bilder wie aus einem Spiegelkabinett.

Foto: Ein Tisch aus der Kollektion G- Tables; Fot.: www.zieta.pl
Foto: Die Spiegel Tafla Mirror; Fot.: www.zieta.pl

Der Tafla Mirror hat einen hohen dekorativen Wert und mehrere, in einem Raum gesammelte Spiegel beeindrucken sehr, was von den Innenarchitekten gern angewendet wird.

Der Herstellungsprozess, ablaufend in dem von Zięta gegründeten Unternehmen Prozessdesign mit Sitz in Wrocław und Zürich, kann auch ausserhalb des Industriedesigns angewandt werden, z.B. in Architektur, Transport und Energetik. Eines seiner Ziele ist es naturliche, schön altwerdende Materialien zu verwenden. Es ist ein Wert für sich, der zusammen mit der Garantie der Technologie einen Gegenstand ergibt, der ich stellt sich der Zeitprobe stellt. Die Entwürfe, die ihre Festigkeit durch den Prozess mit der eingeführten Luft erhalten, überschreiten aber den Rahmen der klassischen Ästhetik. Es sind Produkte für die mutigen, modernen und bewussten Betrachter, die sie geschickt an die eigene, auch klassische Inneneinrichtung, anpassen können.

Ohne Zweifel ist Zięta einer der bekanntesten polnischen Designer. Unter den zahlreichen Preisen, die er erhalten hat, befinden sich der Red Dot Design Award (2008), der Schweizer Design Preis (2008), der German Design Council Prize (2009) und der Audi Mentor Prize (2011). Seine Entwürfe bereichern die Sammlungen zahlreicher Galerien (u.a. Moss in New York, Tools in Paris, Karena Schüssler in Berlin, Dilmos in Mailand) und Museen (Pinakothek der Moderne in München, Badisches Landesmuseum in Karlsruhe, Museum of Design in Zürich).

Der Designer teilt auch sein Wissen im Rahmen zahlreicher Vorlesungen mit; er ist Dozent in der Posener School of Form in dem Fachbereich Industriedesign und engagiert sich in zahlreichen Ausstellungen und Events, die die Produktionprozesse mit der Verwendung der modernen Werkzeuge bekannt machen und die Information als Grundlage der Gestaltung betrachten.

Foto: Der Spiegel Rondo; Fot.: www.limelace.co.uk

Quellen der Information: www.zieta.pl, culture.pl, TV-Programm Inny punkt widzenia (Anderer Sichtpunkt) – Interview (www.tvn24.pl)

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