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BeSein Story

Diese Geschichte begann während des Studiums in dem Kunstgeschichtlichen Seminar an der Uni in Poznan.

Es war eine besondere Zeit, an die wir uns immer wieder gern erinnern – eine einzigartige Atmosphäre, studentische Initiativen und neue Entdeckungen aus den gemeinsamen Exkursionen. Es war eine Phase des Wissenserwerbs und Zeit der inspirierenden Gespräche. Irgendwann haben wir beschlossen, dass wir darauf etwas aufbauen wollen. Da das Thema Designuns schon immer verbunden hat, entstand so die Internetplattform BeSein.

Foto.: Jedes Treffen geniessen wir in schönen Räumen. Dieses Mal hat uns das Posener Cafe Wypiekarnia beeindruckt, Fot.: Pola Gałczyńska
Foto: Die spannende Geschichte des polnischen Designs wird von den zeitgenössischen Designern wiederbelebt. Die Kollektion von Tomasz Augustyniak, für die Firma Marbet entworfen, erinnert sowohl an die Zeit des Modernismus als auch an das skandinavische Design, Fot.: Werbungsmaterialien der Firma Marbet

Asia: Nach ein paar Jahren, die ich in Deutschland verbracht habe, weiß ich, dass das Design ein Teil des privaten und öffentlichen Lebens ist. Darüber wird gern diskutiert und man folgt gern den Neuigkeiten. Wichtig ist zudem die ästhetische Inszenierung der Umgebung und überall dominiert deutlich der Trend eines raffinierten Minimalismus. Während der Studentenzeit habe ich festgestellt, dass meine deutschen Kommilitonen nur wenig über die polnische Kunst wissen. Ebenso ist ihnen das polnische Design kein begriff. Ich überlegte mir, dass es für mich interessant wäre den Bekanntheitsgrad des polnischen Designs in Deutschland zu erhöhen. Auf der Suche nach einem Konzept, bist Du mir als Partnerin eingefallen. Nach mehreren Diskussionen entstand eine Idee einer Website, die sich der Thematik widmet.

Malgosia: Nach einem passenden Namen für das Projekt suchend, wollten wir die Literarität vermeiden. An einem Tag war ich gerade auf dem Weg zur Arbeit, als Du mich angerufen hast mit einem Vorschlag: „BeSein – was sagst Du dazu?“. Er hat mir gut gefallen, die Zusammenstellung zweier gleicher Verben – des englischen „to be“ und des deutschen „sein“, trotzdem phonetisch mit dem Wort Design sehr verbunden. Design ist doch auch eine Art des Seins. Später fiel uns die Tagline “be…in and polish your interior style” ein. Was aber sind die Quellen unseres Design-Interesses?

 

A.: In meinem Fall ist das eine Konsequenz aus der Kunstgewerbe-Faszination. Schon während des Studiums stellte ich fest, dass die Gegenstand-Kultur mir ganz nah ist. Besonders interessiert haben mich die historischen Innenräume und deren Ornamentik, aber auch wie sich die Wohnkultur im Laufe der Zeit veränderte. Etwas später habe ich im Rahmen meiner Promotion im Bereich Ornamentik geforscht. Spannend war für mich die Verwendung der Ornamente im Kunsthandwerk der Frühen Neuzeit. Somit ist die Monografie über den Posener Goldschmied Erazm Kamyn entstanden, die 2014 im Warschauer Verlag DiG erschien ist. Das Buch zeigt die Entwicklung des Ornamentstiches in Europa, präsentiert teilweise bis dahin unbekannte ornamentale Entwürfe von Erazm Kamyn und konzentriert sich auf die Verzierungen in der polnischen Goldschmied- und Buchkunst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrunderts.

Zu einem späteren Zeitpunkt kamen bei mir der Umzug nach Hamburg und die beruflichen Erfahrungen im Auktionshaus Rotherbaum und im Museum für Kunstgewerbe dazu, wo ich die großartige Sammlung der europäischen Ornamentstiche bearbeitet habe. Die beiden Orte haben mir eine einzigartige Möglichkeit gegeben, mein durch das Studium erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden. Heute darf ich Kunst- und Designgeschichte an der Hochschule Macromedia lehren.

 

 

Foto: Die Monografie über den Posener Goldschmied Erazm Kamyn von Joanna Klysz-Hackbarth erzählt die Geschichte der Ornamente im polnischen Handwerk der Renaissance, Fot. Joanna Klysz-Hackbarth
Foto: Teil des Alltags des Innenarchitekten ist es, den Innenarchitektur-Markt zu beobachten. Unbezahlbar ist dabei die Unterstützung von Showrooms, wie z.B. Ipnotic Store, Fot.: Pola Gałczyńska

M.: Mein Berufsleben hat sich in Richtung Innenarchitektur entwickelt. Architektur und Innenräume waren schon immer von Interesse, daher habe ich mich während des Studiums für die thematisch damit verbundenen Lehrveranstaltungen entschieden und später publizierte ich Texte über die Posener Jugendstil Miethäuser. Ich fand es reizend solche Innenräume zu gestalten, deren Harmonie und Schönheit die Lebensqualität der Bewohner beeinflusst. Dank des Vertrauens der Freunde schon während des Studiums, habe ich mich auf dem Gebiet versucht und über die Jahre viele Erfahrungen gesammelt. Ich fühlte mich in der Arbeit frei und konnte kreativ sein, was mir sehr wichtig ist. Jedes mal ist das eine neue Herausforderung für mich. Das zunehmende Interesse für die Innenarchitektur auf dem polnischem Markt, führte zur Grundung meiner Firma. Da ich jetzt professionel als Innenarchitektin arbeite, habe ich einen täglichen Bezug zum Thema Design. Somit kann ich mein Wissen in der Praxis anwenden.

A.: Mich hat immer mehr der historische Aspekt des Faches interessiert und der Beginn der Disziplin. Ich habe die Marktmechanismen erforscht, die Wege der Verbreitung neuer Projekte kennen gelernt und mich mit der Institution „Designer” beschäftigt. Später beindruckten mich die großen Skandinavier und letzendlich erschien mir eine Frage: Welchen Platz in der europäischen Designgeschichte hatte und hat das polnische Design?

M.: Die Frage interessiert uns beide. In letzten 10 Jahren wuchs die Popularität des Designs in Polen. Ich beobachte es täglich in meiner Arbeit. Polnisches Design präsentiert ein hohes Niveau und es gibt immer mehr Firmen, denen es wichtig ist, gut gestaltete Produkte auf den Markt zu bringen. Wir können heute sowohl aus dem Weltdesign als auch unter polnischen Produkten wählen und von beiden gleiche hohe Qualität erwarten.

Foto: Serie Jungle aus der Vasen-Kollektion Oko (Auge), Entwurf Malwina Konopacka, Fot.: www.malwinakonopacka.com
Foto: Tapete Bird & Pomegranate, Entwurf William Morris, Fot.: www.tm-interiors.co.uk

A: Was bedeutet Design für dich?

M.: Design bedeutet heute Lifestyle, mit dessen Hilfe wir unsere Umgebung gestalten und uns ausdrücken. Es ist nicht nur ein Produkt, es ist vor allem ein Erlebnis. Ein guter Entwurf bewegt unsere Emotionen von dem Blick auf die Verpackung bis hin zum Vergnügen des Nutzens. Alles ist heute designed, obwohl es uns nicht ganz bewusst ist. Design bedeutet auch verantwortungsvolle Gestaltung. Immer öfter richten wir unsere Wahl in Richtung der Gebrauchsgegenstände, die neben der Funktion uns auch mit der Form erfreuen. Der Markt ist mit guten Entwürfen gesättigt, man könnte so viele Beispiele benennen, aber ich bin mir sicher, dass jede von uns eine besondere Affinität zu bestimmten Produkten hat, die sie gern in den eigenen Wänden hätte.

A: Vielfalt von der Du sprichst, führt dazu, dass es schwierig zu entscheiden ist, welches Produkt einen besonderen Wert hat. Ich bin immer auf der Suche nach Objekten, die einen bestimmten Moment in der Geschichte gekenzeichnet haben oder einen Dialog mit der Tradition anstreben. Daher mag ich florale Muster von William Morris, der zu Beginn der industriellen Revolution, im Rahmen der Arts&Crafts- Bewegung, das traditionelle Handwerk verbreitete und in der selben Zeit begann Thonet die Produktion der Sitze, der eine echte Werbekampagnebegleitet hat.

 

M.: Das Nebeneinander der beiden Bewegungen zeichnet ein besonderes Moment in der Design-Geschichte aus.

A.: Auf jeden Fall! In der Zeit wird das traditionelle Handwerk teilweise durch die industrielle Produktion ersetzt. Lass uns zum Beispiel die Komplexität des Produktionsprozesses anschauen. Ab dem Moment arbeiten an einem Produkt mehrere Aktuere. Ich finde auch die moderne Interpretationen der Möbel aus dem 19. Jht. Das beste Beispiel ist der Stuhl Nr. 14 „Manufactured by Thonet” von James Irvine 2009 entworfen. Ein sehr gelungenes Projekt, basierend auf der klassischen Form, aber gleichzeitig sehr modern im Ausdruck.

M.: Hast Du auch andere Favoriten?

A.: Oh ja, zu den gehört auch der Hoker von Max Bill, entstanden in der Ulmer Hochschule für Gestaltung, der bezieht sich nicht nur auf die charakteristischen Bauhaus-Formen, sondern ist auch ein Beispiel für die modulare Denkweise über Möbel. Aus den wunderbaren skandinavischen Entwürfen würde ich die Lampe PH 5 von Poul Heningsen wählen.

M.: Sie ist ganz besonders. Eine sehr geistreiche Konstruktion, die bei der harmonischen, eleganten Form effektiv eine einzelne Lichtquelle gibt. Du hast eine Affinität zu den Klassikern, würdest Du etwas aus dem modernen Repertoire für sich aussuchen?

A.: Ich würde das Sofa Ruche von Inga Sempe für Lignie Roset nennen. Ich mag es wegen seiner Schlichtheit und der Plastitizität der Form.

Foto: Ulmer Hocker, Entwurf Max Bill und Hans Guglot, 1954, für die Studenten der Ulmer Hochschule für Gestaltung, Fot.: www.wohnbedarf.ch
Foto: Einer der bekanntesten Entwürfe von Greta M. Grossman - die Stehlampe Grashoppa, Fot.: Werbungmaterialien der Firma Gubi

M.: Ich kann deine Wahl gut verstehen, die komplette Kollektion ist wunderschön, ich würde ein Bett auswählen. Ich freue mich über das Besteck von ihr aus der Serie Collo Alto für Alessia. Vor kurzem, bei der Einrichtung meiner neuen Wohnung, konnte ich mir ein paar Träume erfüllen. Ich wollte gerne einen modernen Innenraum mit skandinavischem Touch schaffen. Neben den natürlichen Materialien wie Holz habe ich die grafischen Akzente angewendet. Ich wählte die von Michael Clark 1959 entworfene Tapette Wood und die klassiche Grafik Woodland von The Elusive Otter aus der Kollektion Wall&Deco 2015. Ich habe eine Schwäche für Lampen: Gubi Grashoppa 1947 von Greta M. Grossman, model A330S von Alvar Alto, für das Restaurant Savoy in Helsinki 1936 entworfen und die moderne Lampe Cosmos der Gruppe Lievore, Alther, Molina für Vibia.

A.: Sie präsentiert sich sehr gut bei dir, erinnert an eine modernen Installation. Ich schätze hier ein großes Arrangement-Potenzial.

M.: Die Liste ist natürlich noch längst nicht geschlossen. Ich bewundere die klassische Form des Stuhles LCW (Lounge Chair Wood) der Paar Eames und hoffe er findet irgendwann seinen Platz in meiner Wohnung. Ich würde auch den Sessel Ro von Jaymie Hayon erwähnen, eine Reinterpretation des traditionellen Ohrensessels. Seine Form ist von früheren Entwürfen der Marke Fritz Hansen inspiriert. Die modernen Entwürfe, oft dank neuer Materialien und Technologien, transponieren oft die traditionellen Formen. Dazu gehört ohne Zweifel der Lichterkroner Zeppelin von Marcel Wanders. Wenn ich nur einen passenden Ort dafür finden könnte… Unter meinen Favoriten, anders wie bei dir, dominieren die modernen Designprodukte.

A.: Die Chance einen Lieblingsdesigner kennen zu lernen ist also groß.

M.: Ja, du kannst Dir schon bestimmt denken, wer es wäre. In vielen Gesprächen betone ich meine Bewunderung für die Kreativität Patricia Urquiolas. Ihre Werkstatt fasziniert mich. Sehr geschickt bewegt sie sich in verschiedenen Bereichen des Produktdesigns und alle ihre Entwürfe haben eine besondere Ausdruckskraft. Ich freue mich manche von ihnen in meiner Kollektion zu besitzen. Aber ich bin mir nicht sicher, wen Du nennen würdest.

A.: Ich würde gerne Eileen Gray treffen . sie lebte in den 20er und 30er Jahren des 20 Jhs. und war Zeugin der Geburt des modernen Designs. Spannend finde ich nicht nur die Zeit, aber auch ihren bunten Lebenslauf und ihren künstlerichen Dialog mit Le Corbusier.

M.: Also wieder Gegensätze – historisch/modern, aber beide haben wir Frauen gewählt… Oft frage ich mich, ob es ein Frauen- Design gibt…

A.: Interessante Frage… Die Geschichte des polnischen Designs beeinflussteten viele Frauen. Die erste Dame der Szene war zweifellos Wanda Telakowska

Foto: Badkollektion Axor von Urqiuola mit der Wandtappete Woods von Michael Clark, Innenarchitektur: Molform, Fot.: Małgorzata Podgórna
Foto: Die Sessel RM58 (Entwurf Roman Modzelewski, Produzent Vzor) in den Räumen des Pavillions der Vier Koppeln in Wroclaw, Fot.: Bartosz Gamza

M.: Du hast recht. Man sagt, dass ihre Vision auf fruchtbaren Boden fiel. Sie gründete das Polnische Design- Institut und dank ihrer Intuition und Konsequenz ist es ihr gelungen, viele aussergewöhnliche Persönlichkeiten um sich zu sammeln, was wiederum mit den guten Entwürfen gefruchtet hat. Viele waren dann in der Produktion.Es ist ein sehr interessantes Kapitel des Faches in Polen. Wir werden darauf bestimmt in anderen Gesprächen zurückkommen.

A.: Kannst du die These bestätigen, dass wir heutzutage in dem polnischen Design zwei Trends beobachten? Einerseits entwickelt sich die junge Designer-Szene dynamisch , deren Kreativität und Mut neue Märkte öffnen, anderseits, quasi parallel und als Antwort auf die Popularität des Vintage-Stiles, wächst das Interesse an den historischen Entwürfen.

M.: Ja, in den letzten Jahren entstanden ein paar Firmen, die sich vornehmen, die alten Entwürfe in die Produktion zu bringen. Dank solcher Initiativen erblickten u.a. der Sessel RM58 von Roman Modzelewski, der Stuhl H106 von Edmund Homa oder der Stuhl Lotos von Romuald Ferens dasTageslicht.

A.: Wenn wir schon in unserem Gespräch bei dem Thema polnisches Design angelangt sind – hast Du deinen Favoriten?

M.: Sehr hat mich die Geschichte des Stuhles Lotos beeindruckt. Formschön und clever erregt er Aufmerksamkeit. Ich mag den Stuhl in Schwarz, sieht sehr charaktervoll aus. Neulich hatte ich die Möglichkeit, die Entwürfe aus Porzellan aus der Sammlung des Polnischen Design-Institutes zu sehen. Ich muss zugeben, dass solche Recherchen in Archiven es ermöglichen die Geschichte nah zu erleben und die Designentwürfe noch mehr zu schätzen. Aufgrund der Vorliebe für die organische Formen, würde ich für mich den Kaffeeservice Ina von Lubomir Tomaszewski aus dem Jahre 1962 wählen. Obwohl ich historische Objekte sehr schätze, verfolge ich mit großem Interesse verfolge die künstlerischen Aktivitäten zeitgenössischer polnischer Designer. Wir haben viele Designer, die sich in allen Techniken und Designbereichen ausdrücken. Persönlich bin ich besonders an den Arbeiten von Aleksandra Gaca und Oskar Zięta interessiert. Beide nutzen neue Technologien, die von ihnen entwickelt wurden. Die 3D-Stoffe von Gaca finden eine Reihe von Anwendungen. Ich würde gerne die Gelegenheit haben, ihre Platten mit akustischen Eigenschaften zu verwenden und in meiner Nähe die schöne Slumber Poufs haben.

 

Foto: Stoff 3D angewendet in der Produktion des Poufs Slumber, Entwurf Aleksandra Gaca für die Marke Casalis, Fot.: Werbungsmaterialien der Marke Casalis
Foto: Stuhl Lotos, Entwurf Romuald Ferens, 1980, immer noch effektiv und modern, Fot.: Werbungsmaterialien der Firma Politura

A.: Lotos wäre der gemeinsme Teil unserer Sammlungen. Ich würde auch gern den Sessel 366 besitzen. Er ist eine Quintessenz des Designs der 50-70 Jahre und passt sich wunderbar in die modernen Räume ein. In meiner Sammlung hätte ich gern ein Kaffeeservice aus der Fabrik Cmielow und die Glasteller von Jan Sylwester. Ich stelle sie bei besonderen Anlässen auf meinen Tisch und sie beindrucken die Gäste sehr. Ich mag auch Keramik- Entwürfe. Du hast mir irgendwann von der Serie Renesans für die Fabrik Boleslawiec von Dorota Koziara erzählt. Schnell habe ich mir den Wunsch erfüllt und als Geburtstagsgeschenk bekam ich die Becher aus der Kollektion. Jeden Tag bereiten sie mir Freude.

M.: Das ist ein schönes Produkt! Die Idee in einem Geschirr zwei kontrastive Muster zu vereinbaren gibt den traditionellen Formen einen modernen Touch.

A.: Aus den neuen Sachen, ich hoffe mich irgendwann an dem Schlafsofa Boo von Comforty, entworfen von Maja Ganszyniec und Krystian Kowalski, zu erfreuen. Es ist einfach, funktional, meiner Meinung nach sehr gelungen.

M.: Wir könnten noch viele Beispiele nennen. Design ist so ein faszinierender Bereich – durch sein Änderungspotenzial als Antwort auf die Marktbedürfnisse, aber heute auch als das Gebiet, das Bedürdnisse kreieren kann. Infolge der Lebenstiländerung, verändern sich auch unsere Erwartungen gegenüber den Produkten. Andererseits kann das Produkt selbst unsere Sitten verändern. Aus der Perspektive sieht man die Verantwortung, die bei dem Designer liegt.

A.: Die historischen und politischen Bedingungen der Nachkriegszeit führten dazu, dass das polnische Design eine Weile auf seinen großen Moment warten musste. Wie viele wunderbare Entwürfe unbekannt blieben, zeigt uns heute die Aktivität der Firma Politura aus Berlin. Diese alten, aber erst jetzt entdeckten Entwürfe, konkurieren mit den zeitgenössischen Produkten. Auch die Rolle des Designers ist wichtiger geworden. Die große Zahl der Designprodukte und deren Individualisierung führt dazu, dass das polnische Design immer bekannter und definierbarerist.

 

 

Foto: Glasteller, Entwurf Jan Sebastian Drost, inspiriert von den Baumringen, Fot.: www.szklanydom.pl
Foto: Becher Czarka, Entwurf Gynasz Studio für die Marke Meesh, Fot.: Małgorzata Podgórna

M.: Ich wünsche mir, dass unsere Bemühungen zu der Erhöhung des Bekkanntheitsgrades des polnischen Designs im Westen beitragen, aber das Thema auch in Polen unterstützen. Inhalte der Artikel sollen die Persönlichkeiten der polnischen Designer-Szene und deren Tätigkeit näher ans Publikum bringen. Durch die Gespräche mit den interessanten Personen, die in unterschiedlicher Art und Weise mit dem Thema verbunden sind – von Designern bis Wissenschaftlern – möchten wir den interessierten Leser, Sammler und bewussten Konsumenten erreichen.

A.: Die Entstehung der Info-Platform ist der erste Schritt. Neben der Website haben wir auch kuratorische Ziele. Wir würden gerne, am liebsten im Rahmen einer Ausstellung, das traditionelle und moderne polnische Design auf dem deutschen Markt, der den Kunstbereich schätzt und kultiviert, vorstellen.

M: Zum Schluss möchten ich betonen, dass unser Wissen und persönlichen Erfahrungen BeSein einen individuellen Charakter geben. Wir möchten mit dem Leser in einen Dialog treten und ihm zu tieferer und kritischer Designbetrachtung unter der Berücksichtigung des historischen und sozialen Kontextes einladen.

 

J&M

 

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